Micaela und ihr Lebensgefährte aus Amstetten leben heute auf der Karibikinsel Curaçao und arbeiten dort als Tauchlehrer. Vor vier Jahren verließ Micaela ihre Heimat Argentinien, um ein neues Leben im Ausland zu beginnen.
Doch egal, wie weit sie reist – eines begleitet sie immer:
Ihr Mate.
Was ist Mate für dich?
„Mate ist für mich ein Stück Zuhause“, erzählt sie. „Wenn ich Mate trinke, halte ich kurz inne, atme durch und erinnere mich daran, wer ich bin.“
Denn genau das macht Mate so besonders: Er verbindet Menschen mit ihren Wurzeln, mit Erinnerungen und miteinander."
Die Geschichte des Mate – Ein Geschenk der Guaraní
Die Ursprünge des Mate reichen weit zurück.
Schon lange bevor europäische Siedler nach Südamerika kamen, nutzten die Guaraní, ein indigenes Volk im heutigen Argentinien, Paraguay und Brasilien, die Blätter des Mate-Strauchs (Ilex paraguariensis).
Für sie war die Pflanze ein heiliges Geschenk der Götter.
Sie schätzten die belebende Wirkung, die stärkende Kraft und die verbindende Bedeutung des Getränks.
Bis heute wird Mate nahezu unverändert zubereitet:
Yerba Mate (die getrockneten Blätter)
ein Mate-Becher (Kalebasse)
eine Bombilla (Metalltrinkhalm mit Sieb)
heißes Wasser
Ein einfaches Ritual, das Generationen überdauert hat.
Warum ganz Argentinien Mate trinkt
In Österreich beginnt der Tag oft mit Kaffee. In Argentinien beginnt er mit Mate. Und er endet häufig auch damit.
Ob im Büro, an der Universität, im Auto, am Strand oder beim Familienbesuch – irgendwo steht immer eine Thermoskanne bereit.
Mate ist dort allgegenwärtig.
Dabei geht es nicht nur um den Geschmack oder die anregende Wirkung. Es geht um Gemeinschaft.
Ein Mate-Becher wandert traditionell von Person zu Person. Alle trinken aus derselben Bombilla (Metallstrohhalm). Das Teilen ist Teil des Rituals.
So entstehen Gespräche.
So entstehen Freundschaften.
So entsteht Verbundenheit.
Micaela beschreibt es treffend:
„Mate bringt Menschen zusammen, die sich vorher gar nicht kannten.“
Ein Ritual, das schon bei Kindern beginnt
Besonders spannend fanden wir eine Tradition, die in Argentinien selbstverständlich ist:
Auch Kinder wachsen mit Mate auf.
Schon in vielen Spielküchen stehen kleine Mate-Sets aus Holz oder Kunststoff. Kinder spielen das gemeinsame Mate-Trinken nach, lange bevor sie ihren ersten echten Mate kosten.
Wenn sie älter werden, erhalten sie oft eine mildere Variante:
mit etwas Zucker oder Honig
mit warmer Milch statt Wasser (Mate de Leche)
Der erste „echte“ Mate gilt in vielen Familien als kleiner Meilenstein.
Eine liebevolle Botschaft:
„Du gehörst jetzt zum Kreis dazu.“
Wie wird Mate wirklich getrunken?
"Ich wusste schon viel über Mate, aber die tatsächliche Zubereitung, die Menge, die Sorgfalt und der Genuss haben mich wirklich positiv überrascht", Manuela Neudorfer, Inhaberin.
Die Kunst der Mate-Zubereitung:
Ein Ritual mit Tradition
Als Micaela uns zeigte, wie Mate in Argentinien zubereitet wird, merkten wir schnell: Hier geht es nicht einfach darum, Tee aufzubrühen. Die Zubereitung ist ein Ritual, das mit viel Sorgfalt, Erfahrung und Tradition durchgeführt wird.
Besonders gefreut hat Micaela, dass sie bei uns alles vorfand, was für einen authentischen Mate-Genuss notwendig ist: hochwertige Yerba Mate, schöne Kalebassen und passende Bombillas. Sie war positiv überrascht, wie gut die Qualität und Auswahl auch fern ihrer Heimat ist.
Doch mindestens genauso überrascht waren wir: Denn die Zubereitung unterscheidet sich deutlich von dem, was wir von Tee gewohnt sind.
Die Kalebasse – das traditionelle Mate-Gefäß
Traditionell wird Mate aus einer Kalebasse getrunken. Ursprünglich handelt es sich dabei um einen ausgehöhlten und getrockneten Flaschenkürbis. Je nach Region und persönlichem Geschmack gibt es heute aber auch Gefäße aus Holz, Keramik oder Metall. Besonders bei Landwirten sind Holzgefäße beliebt, während moderne Varianten aus Edelstahl immer häufiger zu sehen sind.
Schritt für Schritt zum perfekten Mate
Zunächst wird die Kalebasse etwa zur Hälfte mit Yerba Mate gefüllt. Für uns Europäer wirkt das zunächst erstaunlich viel, doch genau diese Menge ist typisch für die traditionelle Zubereitung.
Anschließend wird die Kalebasse leicht schräg gehalten und vorsichtig geschüttelt. Dadurch sammeln sich die feineren Bestandteile der Yerba auf einer Seite und die größeren Blätter auf der anderen.
Nun entsteht auf einer Seite eine kleine Vertiefung. Dort wird zunächst etwas kaltes Wasser eingegossen (sehr wenig), damit die Yerba quellen kann und die Bombilla eingesetzt.
Und jetzt gilt eine wichtige Regel:
Die Bombilla wird danach nicht mehr bewegt und nicht mehr umgerührt.
Für Argentinier ist das beinahe heilig. Die sorgfältig aufgebaute Struktur der Yerba soll erhalten bleiben.
Das heiße Wasser (80-90°C nicht kochend sonst wird der Tee zu bitter) wird anschließend immer direkt neben der Bombilla eingegossen. Dabei wird bewusst nur ein Teil der Yerba befeuchtet.
Die andere Seite bleibt möglichst trocken.
So entfalten sich Geschmack und Aroma langsam und gleichmäßig. Die trockene Seite dient als Reserve für viele weitere Aufgüsse im Laufe des Tages.
Was uns besonders erstaunte: Es wird immer nur eine kleine Menge Wasser aufgegossen. Man trinkt einige Schlucke, bis die Flüssigkeit aufgebraucht ist, und gießt dann erneut Wasser nach.
Ist man in Gesellschaft, wird die Kalebasse nach dem "Austrinken" einfach an die nächste Person weitergereicht. Diese erhält einen frisch aufgegossenen Mate und trinkt ihn ebenfalls "leer", bevor wieder nachgegossen wird.
So wandert der Mate-Becher von Person zu Person immer wieder im Kreis. Auch am Strand sitzen die Leute zusammen und genießen Mate.
Mate begleitet die Argentinier den ganzen Tag
Während wir gemeinsam mit Micaela Mate tranken, erzählte sie uns etwas, das in Argentinien völlig normal ist:
Viele Menschen verlassen das Haus nicht ohne ihre Thermoskanne. Darin befindet sich perfekt temperiertes Wasser für Mate.
Wer in Argentinien spazieren geht, sieht häufig Menschen mit einer Thermosflasche unter dem Arm und dem Mate-Becher in der Hand. Fast so selbstverständlich wie bei uns ein Coffee-to-go-Becher.
Im Auto, im Park, am Arbeitsplatz, bei Familienbesuchen oder auf Reisen – das heiße Wasser ist immer dabei.
Die Yerba wird über viele Stunden hinweg immer wieder mit frischem Wasser versorgt. Ein guter Mate begleitet seine Besitzer oft durch einen großen Teil des Tages.
Jede Region hat ihre eigene Tradition
Obwohl Mate ganz Argentinien verbindet, gibt es regionale Unterschiede.
Doch unabhängig von den regionalen Vorlieben gilt:
Mate ist in Argentinien allgegenwärtig.
Ob jung oder alt, in der Stadt oder auf dem Land – Mate gehört zum Alltag.
Mehr als ein Getränk
Nachdem wir gemeinsam mit Micaela mehrere Aufgüsse genossen hatten, verstanden wir plötzlich, warum Mate für viele Argentinier so viel bedeutet.
Sie brachte uns Mate mit Herz und Gefühl näher, es war eine Freude ihr zuzusehen. Es geht nicht nur um Geschmack. Es geht um Gemeinschaft.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Mate: Aus wenigen Blättern, etwas Wasser und einem einfachen Gefäß entsteht ein Ritual, das Menschen verbindet – seit Generationen und über Kontinente hinweg.
Mate ganz nach Ihrem Geschmack
Die verschiedenen Arten, Mate zu genießen:
Wer glaubt, dass es nur eine einzige Art gibt, Mate zuzubereiten, wird überrascht sein.
Schon innerhalb einer Familie gibt es verschiedene Lieblingsvarianten. Genau das macht Mate so vielseitig und spannend.
Mate Amargo – Der Klassiker
Der traditionelle Mate wird in Argentinien als Mate Amargo bezeichnet, also „bitterer Mate“.
Hier kommen ausschließlich Yerba Mate und heißes Wasser zum Einsatz. Das Wasser sollte dabei etwa 75 bis 80 °C haben und niemals kochen.
Diese ursprüngliche Variante überzeugt mit ihrem kräftigen, leicht herben und erdigen Geschmack. Für viele Argentinier ist dies die einzig „echte“ Art, Mate zu trinken.
Mate Dulce – Die süße Variante
Nicht jeder liebt den kräftigen Geschmack von Anfang an.
Deshalb gibt es den Mate Dulce, den süßen Mate. Dabei wird etwas Zucker oder Honig hinzugefügt – entweder direkt in die Kalebasse oder ins Wasser.
Gerade Kinder lernen Mate häufig auf diese Weise kennen. Die angenehme Süße macht den Einstieg leichter und sorgt für einen sanfteren Geschmack.
Mate con Yuyos – Mit Kräutern verfeinert
Viele Menschen ergänzen ihre Yerba Mate mit verschiedenen Kräutern. Diese Variante wird Mate con Yuyos genannt.
Beliebte Zutaten sind:
Minze
Kamille
Zitronenverbene
Zitronengras
regionale Wildkräuter
Die Kräuter verleihen dem Mate zusätzliche Aromen und werden traditionell auch wegen ihrer wohltuenden Eigenschaften geschätzt.
Jede Familie hat dabei oft ihre ganz eigene Mischung und ihr persönliches Geheimrezept.
Tereré – Die erfrischende Sommer-Version
Wenn die Temperaturen steigen, wird Mate eiskalt genossen.
Diese Variante heißt Tereré und ist besonders in Paraguay sowie den warmen Regionen Nordargentiniens sehr beliebt.
Anstelle von heißem Wasser verwendet man:
Eiswasser
kalte Kräutertees
Fruchtsäfte wie Orange, Zitrone oder Grapefruit
Das Ergebnis ist ein herrlich erfrischendes Getränk, das an heißen Sommertagen für Abkühlung sorgt und trotzdem den charakteristischen Mate-Geschmack bewahrt.
Ein Getränk – unzählige Möglichkeiten
Ob klassisch herb, angenehm süß, mit duftenden Kräutern verfeinert oder eisgekühlt als Sommergetränk: Mate zeigt, wie vielseitig eine jahrhundertealte Tradition sein kann.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Mate bis heute Millionen Menschen begeistert. Jeder findet seine persönliche Lieblingsvariante – und doch verbindet alle dasselbe Ritual.
Oder wie Micaela es so schön formulierte:
„Mate schmeckt für jeden etwas anders. Aber das Gefühl, das er vermittelt, ist immer dasselbe: Gemeinschaft, Wärme und ein Stück Zuhause.“
Wenn Sie jetzt Lust auf Mate bekommen haben, besuchen Sie uns gerne im Geschäft in Amstetten oder bestellen Sie gleich online. Wir bieten Mate pur oder Mate mit verschiedenen Früchten und Kräutern an bzw auch das passende Zubehör für die Zubereitung.